Stellungnahme von Dr. Christopher Dietz zum Campingplatz

Aufgrund der mangelhaften Berichterstattung der Nassauische Neue Presse (NNP) vom 22.06.2017 über den Campingplatz möchten wir die nachfolgende Stellungnahme unseres Fraktionsvorsitzenden Dr. Christopher Dietz veröffentlichen. Den zugrundeliegenden Bericht der NNP finden Sie hier.

An der heute in der NNP zu lesenden Berichterstattung in Sachen der offensichtlich anstehenden Kündigung der Familie A. muss ich deutliche Kritik anbringen. Sie ist nicht nur tendenziös, sondern gibt die Gespräche im Ausschuss falsch wieder. Was könnte sie auch sonst leisten – die NNP war an diesem Abend gar nicht dabei …

Als Kommunalpolitiker weiß ich, dass wir nicht selten den Prellbock abgeben müssen, dass an uns falsche Vorwürfe und Verdächtigungen gerichtet werden. Das kann ich gut aushalten, da hier die Emotionen und das Temperament der (nicht selten nur behauptet) betroffenen Personen dominieren.

Anders verhält es sich im professionellen Umfeld – und eben gerade bei der Arbeit der lokalen Medien, die einen journalistischen Anspruch behaupten. Hier können und müssen wir als ehrenamtliche “Feierabendpolitiker” einen fairen und sachlichen Umgang erwarten.

Kurz möchte ich auf den Inhalt des Artikels eingehen:

  • Von einer „lapidaren Mail“ kann nicht die Rede sein, sondern von einer freundlich-vertraulichen Erläuterung, was die CDU im Ausschuss gern erreichen möchte: Dass nämlich die Familie A. durch die Vorlage einer belastbaren Information zeigen kann, was konkret auf dem Limburger Campingplatz geschehen soll. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit (was ja zuletzt ohnehin niemanden mehr zu interessieren scheint) haben alle (!) Fraktionen zum Ausdruck gebracht, dass ein zukunftsfestes und modernes Konzept für den Platz erforderlich ist, das (möglichst) von der jetzigen Pächterfamilie erstellt und bewältigt werden kann. Diese Mail in diesem Zusammenhang als bösartigen Akt zu bewerten, kann ich nicht nachvollziehen.
  • Seitens der Familie wurde zuletzt ein Konzept vorgelegt, das diesen Namen leider nicht ganz verdient. Auf einer DIN A4-Seite wurden lediglich anstehende und unzweifelhaft notwendige Sanierungs- und Baumaßnahmen angerissen. Über die Konzeption, wie unser Campingplatz in den nächsten Jahren (und ggf. Jahrzehnten – immerhin wurde eine Laufzeit von 40 Jahren verlangt!) aussehen soll, welche neuen Angebote vorgehalten werden sollen, ob und wie weiteres Publikum angesprochen werden kann, ob und ggf. welche neuen Gebäude wo entstehen sollen o. ä. wurde nichts gesagt. Über die Qualität dieser Zusammenschrift wurde (unter Ausschluss der Öffentlichkeit) äußerst kritisch gesprochen. Und zwar von allen Fraktionen.
  • Der Begriff des Businessplans ist in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 14. Juni benutzt worden. Im Grunde basiert diese Bitte (die auch von den Fraktionen der FDP und B.90/Grüne vollumfänglich unterstützt worden ist!) lediglich darauf, sich auf die Unterlagen zu stützen, die die Familie A. als Kreditnehmer bei der Bank vorlegen müsste. Anders als der Bürgermeister wird zumindest die Bank auf eine nachvollziehbare Konzeption insistieren, wenn es um die Gewährung eines behauptet siebenstelligen Kredits geht. „Einfach so“ wird die Kreditvergabe sicher nicht geschehen.
  • Für den Fall einer nachvollziehbaren, nachhaltigen und überzeugenden Konzeption (durch die Pächterfamilie A.) hätten die Fraktionen, auch das wurde im Ausschuss deutlich gesagt, im nächsten Jahr kein Problem gehabt, den Vertrag, wie von Familie A. gewünscht, abzuschließen. Hier eine Hinhaltetaktik zu unterstellen, geht am Thema völlig vorbei.
  • Von einem weiteren Bewerber, wie von Frau A. laut NNP unterstellt, weiß ich nichts. Insofern kann ich hier auch nicht als dessen Agent aufgetreten sein.
  • Völlig unerwähnt bleibt in dem Artikel, dass neben der CDU auch die Fraktionen von FDP und B.90/Grüne dem Antrag auf einen weiteren Beratungsgang zugestimmt haben. Dieser hätte dazu dienen sollen, der Pächterfamilie ausreichend Zeit für die Darstellung des “Campingplatzes 2020 bis 2060” einzuräumen.

Ich bedauere ausdrücklich, dass Frau A. sich zu diesem Schritt entschieden hat, was ich ihr gegenüber auch im Rahmen eines Telefonats zum Ausdruck gebracht habe. Denn gerade die Konstruktion einer gewissermaßen exklusiven Chance für die Familie (besonders für die Tochter und den Lebensgefährten) sollte dem Zweck dienen, die Qualität des Platzes nachhaltig zu steigern und gleichzeitig der Familie A. als (neuen) Pächtern ein gutes und sehr langfristiges (!) Auskommen zu sichern.

Dass dies nun anders gekommen ist, hat nicht die CDU – und habe auch ganz sicher nicht ich persönlich! – zu verantworten.